Törnskizze Nordstern2
Nach gründlicher Törnplanung und Vorbereitungen über den Winter 2023/2024, ging es dann am 15.05.2024 für uns (Kerstin und Stefan Weiher und Nordstern2) los. Nachdem der Mast gelegt und verzurrt war, sämtliche Vorräte und Treibstoffe gebunkert und die Bordtechnik nochmals geprüft war, legten wir dann aus dem Hafen unseres Seglervereins Rahnsdorf 1926 e.V. ab.
Es ging unter Maschine durch Berlin, weiter über den Oder-Havel-Kanal, der Friedrichsthaler Wasserstraße und der Westoder nach Stettin, mit Stopps in Marienwerder und Gartz. Die Überführung nach Stettin verlief störungsfrei.
Im neuen Schiffshebewerk Niederfinow
Hier stellten wir dann selbst mittels Jüttbaum und Talje unseren Mast.
Am 19.05.2024 ging es dann von Stettin (Dammscher See) bei leichtem Wind und Segel weiter mit Kurs Nord. Im Stettiner Haff besuchten wir das schöne Küstenstädtchen Ueckermünde und später auch den Usedomer See mit dem neuen Hafen der Stadt Usedom. In diesen Tagen herrschte östlicher Wind mit bis zu 3 Bft bei heiterem Wetter und teilweise 24 Grad Tagestemperatur.
Nach dem passieren der Karniner Hubbrücke und der Wolgaster Klappbrücke im Peenestrom, steigert sich der Wind aus Nordost bis 7 Bft, so das der Wind den gesamten Tag direkt gegenan kam und wir erreichten Kröslin dann unter Maschine. Über Nacht setzte starker Regen ein, dieser hielt den Folgetag an, so dass wir den 23.05.2024 im Hafen Kröslin verbrachten. Eine Regenpause und nur noch leichter Regen ließ einen Spaziergang nach Freest und zurück zu.
Grübeln bei unserer täglichen Schachpartie
Unter besseren Wetterbedingung konnten wir am Folgetag über den Greifswalder Bodden segeln, legten in Neuhof an und erreichten dann am 25.05.2024 Stralsund, wo wir einen weiteren Hafentag mit Altstadtbesichtigung einlegten. Festgemacht in der City-Marina lagen wir vor der schönen Altstadtkulisse Stralsunds.
Wenig Wind begleitete uns am 26.06.2024 nach Barhöft, abends zog noch ein Unwetter mit heftigen Gewitter über die Boddenlandschaft.
Am 27.05.24 um 5 Uhr morgens folgte dann der Sprung über 41 NM von Barhöft nach Klintholm auf der dänischen Insel Mön – ab 08 Uhr dann bei absoluter Windstille bis zum Abend – eine so spiegelglatte Ostsee zu sehen ist schon selten.
Ostseestrand Klintholm auf Mön
Nach Klintholm folgte noch Rödvig (DK) – hier blieben wir den nächsten Tag um die Steilküste Stevns Klint zu erleben.
Am 30.05.2024 erreichten wir nun endlich Schweden und machten in Smygehamn, den südlichsten Hafen Schwedens, fest. Ein etwas trister Hafen, aber als erster Anlaufpunkt gut geeignet. Kein Vergleich dazu ist die Hafenstadt Ystad, welche wir am 31.05.2024 erreichten. Ystad ist für uns auf dem gesamten Törn die schönste Hafenstadt, welche man unbedingt besuchen sollte. Diese schöne Altstadt, der Klostergarten von St.Petrie und die mittelalterlichen Handwerkerhöfe luden zu einem weiteren Hafentag ein.
Kaseberga mit der frühmittelalterlichen Schiffssetzung Ales Stenar folgten am 02.06.24, welches wir unter optimalen Segelwind bis 4 Bft erreichten.
So ging es nun weiter entlang der schwedischen Südküste nach Simrishamn. Ab hier stellten sich für die nächsten 2 Wochen konstante südöstliche bis südwestliche Winde mit 3-5 Bft und blauem Himmel ein. Also optimales Segelwetter bei frischen Tagestemperaturen i.d.R. um die 12-15 Grad. Die Wassertemperatur blieb konstant bei rund 10 Grad – für uns zu frisch zum baden.
Bei diesem optimalen Segelwetter erreichten wir quer über die Hanöbucht von Simrishamn kommend, den Hafen und die Insel Hanö. Entgegen aller Tipps, Ratschläge und Prognosen im Hafenführer, konnten wir uns auch hier den Liegeplatz wieder aussuchen. Diese Insel ist eine Natur-Perle, schöner kann es kaum sein – so empfanden wir es. Als Folge daraus blieben wir auch den nächsten Tag.
Insel Hanö - ein Naturkleinod
Am 06.06.2024 ging es weiter nach Garpahamnen (Insel Hasslö) – wieder bei besten Segelwetter (Sonne, 4-5 Bft aus SW) und ab hier ging es dann in die Ostschären hinein.
auf der Überfahrt von der Insel Hanö zur Insel Hasslö
Auf der Überfahrt von der Insel Hanö zur Insel Hasslö
Eine ganz neue Erfahrung für uns – teilweise sehr vorsichtiges Manövrieren, das Echolot permanent im Auge behalten und sich in diesem Inselwirrwarr ständig neu zu orientieren.
In der Vorbereitung des Törns hatte wir uns einen Plotter gekauft und eingebaut. Ich hatte mich erst dagegen gesträubt – meine Frau behielt die Oberhand – heute sage ich – zum Glück.
Der Plotter vereinfachte die Navigation in dieser Inselwelt enorm.
Vorbei an Karlskrona und Stopp in Sandhamn erreichten wir Kristianopel im Kalmarsund am 08.06.2024. Hier blieben wir bis zum 11.06.2024.
Nordstern2 im Hafen Kristianopel, Kalmarsund
Es gibt hier viel zu sehen: die spätmittelalterliche Festungsanlage aus dem 16.Jahrhundert – als die Gegend hier noch dänisch war; die Ortskirche mit ihren tollen Schiffsmodellen,die Avaskärs-Kapelle und Natur pur – insbesondere das Naturreservat Högasand mit seinen Walddünen.
Am 11.06.2024 ging`s dann weiter nordwärts den Kalmarsund hoch, bei leichtem SW-Wind mit Zwischenstationen in Kalmar, weiter durch die Ölandbrücke über Timmernabben in den Ostschären und nach Byxelkrok im Norden der Insel Öland.
Byxelkrok hat eine schöne neue großzügig gebaute Hafenanlage und auch hier lagen wir wieder einsam am Steg. Es ist ein netter Hafen mit vielen kleinen roten Holzhäuschen der Fischer und Händler. Von hier aus erreichten wir dann am 14.06.2024 den gleichnamigen Hafen der Insel Idö in den Ostschären. Ebenfalls herrliche Natur pur, einsam gelegen der Hafen, teilweise waren wir auch hier völlig allein. Am Wochenende öffnete dort das Hafenrestaurant für die Ausflügler vom Festland – dieses liegt im Berg und bietet einen grandiosen Ausblick über die Schärenwelt. Und geschmeckt hat es dort auch. Auch hier blieben wir einen Tag länger.
Nordstern2 allein im Hafen Insel Idö Ostschären
Am 16.06.2024 legten wir wieder ab und erreichten am 18.06.2024, über die Schärenhäfen Loftahammar und Fyrudden, den Hafen Mem. Das ist der östliche Einklarierungshafen der Göta-Kanalgesellschaft - wenn man wie wir, die Fahrt quer durch Schweden von Ost nach West durchführt. Der Mast brauchte nicht gelegt werden, die Tour ist mit gestellten Mast möglich (max. zulässige Schiffshöhe = 22 m).
Mem - Einklarieren in den Göta-Kanal - die erste Schleuse von 64 erwartet uns
Somit begann hier das blaue Band Schwedens für uns.
Auch beim Einklarieren waren wir das einzige Schiff. Nach einer sehr guten und ausführlichen Einweisung über eine halbe Stunde vom Schleusenpersonal passierten wir die erste Schleuse. Das Schleusen ist hier im Kanal schon sehr speziell und man sollte sich schon vor dem Törn darauf vorbereiten. Neu für uns war, dass beim Schleusen der zweite Mann/Frau der Crew vor der Schleuse abgesetzt wird, der Rudergänger das Boot allein in die Kammer einsteuert, während der andere Mitsegler mit Vor- und Achterleine in den Händen zum Schleusenkammerrand zur Fuß aufsteigt und die Vor- und Achterleine um die im Stein eingelassenen Ringe legt. Die Vorleine wird mittels eines an der Bugklampe befestigten Blocks zum Rudergänger geführt und dort über die Winsch durchgesetzt, die Achterleine wird ebenfalls um einen Ring gelegt und von oben in die Plicht geworfen und dort über die Achterklampe gespannt vom Rudergänger. Bei der Bergschleusung wird das Wasser mit einer sehr starken Strömung eingelassen und erfordert ein sehr konzentriertes Arbeiten des Rudergängers. Nach der ersten Bergschleusung dieser Art war ich gut durchgeschwitzt und erledigt, vor allen weil die Leinen von mir nicht richtig klariert waren, sich verhedderten und zusätzlich Wirrwarr stifteten bei der ersten Schleusung dieser Art. Wir waren allein in der Schleuse und es klappte dann doch noch gut. Insgesamt erwarteten und bis Göteborg 64 Schleusen (58 Schleusen Göta-Kanal und 6 Schleusen Trollhätte-Kanal), davon 38 Bergschleusen und 26 Talschleusen.
Nach der ersten Kanalnacht hatten wir uns wieder erholt. Und als wir dann am Folgetag den 19.06.24 in Norsholm nach 15 NM und 11 Schleusen angelegt hatten, waren wir routiniert für diese Art von Schleusen.
Göta-Kanal, In der Oskarschleuse in Berg
Schleusen mit viel Wasserkraft
Die Kanallandschaft ist interessant und wunderschön. Über den Roxensee ging es weiter nach Berg, hier erreichten wir die größte Schleusentreppe im Kanal, die Carl-Johann-Schleusentreppe mit 7 hintereinander gebauten Schleusenkammern, jeweils 2,7m Hub. Ein spannendes Schleusenerlebnis.
Göta-Kanal, Schleusentreppe Carl Johann in Berg
In den letzten Tagen hatte der Wind auf NW gedreht und kam uns entgegen, das blieb die nächsten Tage so. Im Kanal hat auch hier die Berufsschifffahrt Vorrang. Es gibt noch einige Kanalpassagierschiffe, davon kamen uns mehrfach entgegen: die „Juno“ (von 1874) und die „Wilhelm Tamm“. Die Breite beträgt 6,68 m und mit ihren Birkenstämmen als hängende Holzfender, passten die Schiffe nur mit anstoßen durch die Schleusenkammern. So ging es den Kanal weiter und wir erreichten über Borensberg dann am 22.06.2024 bei Regen Motala, am Kanalausgang zum Vätternsee. Mittlerweile hatten wir 35 Schleusen hinter uns gebracht. In Motala gibt es am Hafen eine wunderbares Motorenmuseum mit den unterschiedlichsten historischen Technikbereichen (Kfz, Motorräder, Radiotechnik, Photographie u.v.m.) das man nicht verpassen sollte. Am 23.06.2024 ging es nur ein kleines Stück von 9 NM weiter, denn keinesfalls wollten wir am mittelalterlichen Vadstena vorbei segeln.
Liegen im Festungsgraben Vadstena, Vätternsee
Ja segeln – das war nun auf dem Vätternsee wieder möglich. Festgemacht im Burggraben, kurz vor der Burg Vadstena. Diese kleine Hafenstadt ist absolut sehenswert – so blieben wir bei bestem Wetter wieder eine Tag länger.
Burg Vadstena am Vätternsee
Am 25.06.2024 kamen wir, bei kaum Wind, unter Maschine über den Vätternsee in Karlsborg wieder im Götakanal an. Hier konnten wir die Karlsborgfestung besichtigen. Eine riesige Anlage für das königliche Leibhusarenregiment (heute Fallschirmjäger) und immer noch im Dienst. Sehenswert und interessant.
Von hier fuhren wir weiter am 26.06.2024 bis Vassbaken – einem gepflegten kleinen Kanalhafen mit den allerorts anzutreffenden Konditoreien und Waffelbäckereien.
Fast das Beste am Göta-Kanal und das fast täglich
Zuvor passierten wir noch den für uns landschaftlich schönsten Teil des Göta-Kanals ab Karlsborg und die höchste und älteste Schleuse Forsvik bei 91,8 m Höhe über dem Meeresspiegel. Hier war auch der älteste Teil des Kanals von 1813 mit der ältesten Straßenklappbrücke (ebenfalls von 1813) aus Gusseisen. Von hier ging es in den Udden durch den Spetnäskanal weiter in den Vikensee, entlang der alten Treidelwege mit einer Kanalbreite von ca. 8 m (eine Bootslänge von uns) durch die Wälder.
Gegenverkehr konnte man hier in dieser Passage wirklich nicht gebrauchen, ein umdrehen wäre nicht möglich. Geregelt werden Begegnungen durch eigenständig gegebene Schallsignale. Nach dem passieren von Tatorp gibt es eine stillgelegte Kanalschleife, hier legten wir an und stiegen auf zum Obelisken der Kanalbauer. Dieser Obelisk aus der Erbauerzeit des Kanals kennzeichnet den Scheitelpunkt des Kanals.
Hier liegt der höchste Kanalpunkt.
In Vassbaken angekommen, konnten wir uns das kleine historische Postkontor am Hafen ansehen – hier wurde noch vor einigen Jahrzehnten die Post per Schiff gebracht und umgeladen.
Bei Töreboda passierten wir die kleinste Handseilzugfähre Schwedens und erreichten mit Station in Lyrestad das Ende des Göta-Kanals am 27.06.2024 in Sjötorp, am Ausgang zu Schwedens größten See – dem Vänersee.
Wir legten vor der letzten Schleuse im mittleren Hafenbecken an und hängten noch einen Hafentag dran, um auch hier die Umgebung und reichhaltige Natur auf uns einwirken zu lassen. Eine wirklich schöne Gegend.
Nordstern2 kommt in Sjötorp an, Göta-Kanal
Das Schleusenpersonal im Kanal arbeitet täglich von 09 bis 18 Uhr, so dass wir am 30.06.2024 um 09 Uhr in der letzten Götakanalschleuse in Sjötorp ausklarierten und Kurs auf Mariestad am Vänernsee nahmen. Über den Tag herrschte ungemütliches und windstilles Regenwetter, so dass unser Stadtrundgang in Mariestad nur kurz ausfiel. Am 01.07.2024 kamen wir nun bei tollem Segelwetter (3-4 Bft aus SW bei blauen Himmel) von Mariestad aus in die Vänernschären hinein und liefen den kleinen Fischerhafen Spiken auf der Insel Kallandsö an. An diesem Tag beginnen auch die landesweiten Schulferien in Schweden und die Häfen wurden voller und übervoll, wie sich in den nächsten Tagen zeigte. Von diesem lauschigen Hafen wanderten wir eine Stunde durch die Wälder zum Schloss Läckö – optisch einem Märchenschloß gleich zusetzen.
Das Wetter gestaltete sich ab nun wechselhaft – so erreichten wir den Flusshafen Dalbergsa am Südwestufer des Vänernsees, bei 5 Bft aus SW gegenan, nur unter Maschine. Dalbergsa liegt absolut idiyllisch, ca. eine halbe Meile stromauf in einem Wald. Hier gibt es wieder Natur im Überfluss, Blaubeeren in Hülle und Fülle im Wald und an der Schärenküste, sowie einen tollen Kaufmannsladen aus vergangenen Tagen. In diesem Kaufmannsladen mit seine Schüben und Fächern, Tauwerk neben Bekleidung, Konserven neben Zeitungen und einem kleinen altmodischen Kaffee, ist die Zeit von vor rund 70 Jahren stehen geblieben. Trotz schwedischer Sommerferien war es hier noch leer und lediglich ein weiterer Gastlieger machte fest.
Am 03.07.2024 verließen wir nun den Vänernsee (leider wieder mit SW-Wind und 5 Bft gegenan) mit Stopp in Vänersborg und erreichten nun den Trollhätte-Kanal .
Am 04.07.2024 passierten wir die nächsten 5 Talschleusen im Trollhätte-Kanal. Bemerkenswert dabei ist die Dreifachschleuse Akersjö bei Trollhätten. Hier sind teilweise die Schleusenkammern unverkleidet, d.h. die Schleusenkammer bestand auf der rechten Seite (in Strömungsrichtung) aus dem rohen Fels. Wir waren eine Gruppe von 6 Booten die geschleust wurden, der am weitesten gereiste, ein Kanadier aus Montreal, legte sich an die Felsseite und blieb prompt mit dem Bugkorb hängen, konnte sich aber im letzten Moment – bevor es kritisch wurde – vom Fels lösen. Die nächsten Schleusen ging er besser ins Päckchen zu einem der vorderen Boote.
Schleuse Akersjo, Trollhättekanal
Nach den Schleusen wurde das Wetter immer übler. Starkregen, Wind aus SW mit bis 6 Bft und ca. 1,5 m Wellen gegen den Strom und gegenan. Ziemlich durchgeschüttelt und durchnässt erreichten wir den Hafen Lilla Edet.
Von hier ging es nun am 05.07.2024 bei gleichem Wetter nochmals 33 NM weiter bis Göteborg. Dort fanden wir im Hafen Lilla Bommens einen der letzten Liegeplätze, neben einem ausgemusterten kleinen Dampfer – der beste Windschutz für uns in den nächsten 2 Tagen bei dann 9 Bft. Wir hatten sowieso vor uns Zeit in Göteborg zu lassen und blieben – auch sturmbedingt – bis zum 08.07.2024 in Göteborg. In diesen Tagen schauten wir uns die Stadt ausführlich an, machten Stadtrundfahrten, Park- und Museumsbesuche und ließen uns hier natürlich auch die schwedischen Zimtschnecken schmecken.
Am 08.07.2024 verließen wir Göteborg, bei noch immer schlechtem Wetter (4 Seewetterberichte lagen wieder falsch), segelten in das Kattegat und die Westschären hinein bis Kullavik. Am nächsten Tag beruhigte sich das Wetter und wir konnten annehmbar auf Kurs Südost bei SW-lichen Wind mit 3 Bft segeln. Mit Stopps in Buahamn, Varberg, Falkenberg erreichten wir am 12.07.2024 dann Torekov.
Blutroter Sonnenuntergang in Bua, Westschären
Der Hafen und die Stadt Torekov sind ein hübsches Plätzchen, so das wir noch einen Hafentag einlegten. Am 14.07.2024 erreichten wir den Öresund und liefen Helsingör in Dänemark an. Hier gibt es soviel zu sehen (z.B. die Kronborg), dass wir auch hier einen Tage länger blieben. Unter Segel ging es am 16.07.2024 wieder nach Schweden zurück, nach Landskrona und erreichten am 17.07.2024, nach dem durchqueren der Öresundbrücke, unter Segel bei 3-4 Bft aus SW das schwedische Skanör an der Südküste Schwedens. Skanör wurde im Laufe des Tages und auch an unserem anschließenden Hafentag so voll, das sich sogar Fünferpäckchen bildeten. Skanör ist sehr gepflegt, hat einen schönen Strand und mit den Salzwiesen ein sehr schönes Hinterland das zum wandern einlädt. Der Ort mit seinen kleinen Landhäusern und der mittelalterlichen Kirche wirkt sehr malerisch.
Am 19.07.2024 legten wir wieder ab und überquerten den südlichen Öresund nach Rödvig in Dänemark. Hier schließt sich nun unser „schwedischer Kreis“, von hier ging es im Mai nach Schweden hinein und hier kamen wir nun wieder an. Am 20.07.2024 erreichten wir Klintholm auf der Insel Mön. Der nächste Tag brachte guten Wind und so konnten wir am 21.07.2024 (im Gegensatz zur Herfahrt) den Schlag nach Barhöft auf Amwindkurs mit 4 Bft segeln. Von Barhöft ging es dann mit einem Abstecher nach Hiddensee (Vitte) weiter nach Ralswiek (Rügen) in den Großen Jasmunder Bodden. In diesem schönen Hafen blieben wir bis zum 25.07.2024 bevor wir über Wiek (Wittow) am 26.07.2024 Kap Arkona rundeten und Glowe (Rügen) mit 3-5 Bft südlichen Segelwind anliefen.
Am 27.07.2024 weiter entlang vor den Kreidefelsen bis nach Sassnitz gesegelt, bei wieder gutem Segelwind aus West mit 3 Bft. In Sassnitz haben wir wieder einen Hafentag eingelegt und die schöne sanierte Altstadt besichtigt. Am 29.07.2024 konnten wir wieder einen langen Schlag von 29 NM am Stück von Sassnitz aus bis nach Kröslin im Peenestrom segeln, bei einem herrlichen NW-Wind mit 4-5 Bft auf Raumschotkurs und blauem Himmel. Von Kröslin ging es am 30.07.2024 dann in das Achterwasser, mit Ankerfall in dem Nepperminer See.
Am 31.07.2024 verholten wir zum 5 NM entfernten Loddiner Höft nahe Ückeritz und ließen wieder den Anker fallen. Bei Temperaturen um 30 Grad und Windstille die beste Entscheidung. Aber alles nähert sich mal dem Ende und so lichteten wir am 01.08.2024 wieder den Anker und liefen bei Windstille unter Maschine vom Peenestrom wieder in den Usedomer See und in den Stadthafen Usedom ein und von dort bei gleichem Wetter am 02.08.2024 über das Stettiner Haff nach Ueckermünde. Nochmal ein Hafentag in Ueckermünde, verbunden mit dem Besuch des sehr sehenswerten Tierparks von Ueckermünde.
Am 04.08.2024 ging es weiter bei kaum Wind unter Maschine bis nach Trzebiez in der Odermündung und am 05.08.2024 mit gutem Segelwind haben wir nach 5 NM im Stadthafen von Stepnica festgemacht. Ein Rundgang durch den Ort und auch zum Hafen im Mühlenkanal und dem Naturpfad am Ufer rundeten diesen schönen Tag ab. Aber so richtig wollten wir unseren Törn noch nicht dem Ende entgegen gehen lassen, so dass wir am 06.08.2024 in der Oderbucht Zatoka Wodzka, südwestlich von Stepenica nochmals bei Hochsommerwetter und Windstille den Anker fallen ließen. Mit kleinen Reparaturen und schwimmen verging dieser Tag. Hier konnten wir auch per Funk den glücklichen Ausgang eines Rettungseinsatz der DGzRS nördlich von Rügen, wo ein über Bord gegangener Segler gerettet wurde, mithören. Nun lichteten wir am 07.08.2024 den Anker mit Kurs Stettin, konnten den ersten Teil mit 3 Bft aus Ost segeln, die zweite Hälfte dann gegen den Strom mit Maschine und legten nachmittags wieder in Stettin am Dammschen See an.
Am 08.08.2024 legten wir den Mast und bereiteten Nordstern 2 auf die Überführungsfahrt zum Heimathafen Rahnsdorf vor, anschließend folgte noch ein Ausflug in die Stettiner Innenstadt.
Am folgenden Morgen des 09.08.2024 starteten wir unter Maschine in die Oder, Klützer Querfahrt, Westoder, Friedrichsthaler Wasserstraße , Oder-Havel-Kanal mit Stopp in Eberswalde. Am 10.08.2024 ging es weiter bis Henningsdorf im Oder-Havel-Kanal und so erreichten am 11.08.2024 nachmittags den Hafen unseres Seglervereins Rahnsdorf 1926 e.V.
Eine letzte Nacht an Bord und am 12.08.2024 den Mast gestellt und unsere Nordstern 2 verlassen.
Unser Wohnzimmer für 3 Monate
90 unfallfreie und unvergesslich schöne Tage liegen hinter uns, mit vielen freundlichen Menschen, herrlicher Natur, interessanten und sauberen Städten und Landschaften in Schweden, einer einzigartigen schwedischen Kanallandschaft und unzähligen Erlebnissen.
Das wars - 3 Monate sind vorbei - Schade
Erlebt und aufgeschrieben von
Kerstin und Stefan Weiher aus Berlin-Köpenick
und eingereicht beim BSV für den Fahrtenwettbewerb 2024
Berlin-Köpenick, den 27.11.2024