Reisebericht "White Lady" 

Im Herbst 2023 haben wir über einen größeren Törn nachgedacht, bevor uns das Alter ausbremst. Also „Göta-Kanal von West nach Ost“.

Nach Mastlegen und Bunkern begann unser Törn am 23. Mai um 6 Uhr im SVR mit der Mannschaft Oma, Opa, Enkel und jüngste Tochter. Abends in Marienwerder Mannschafts-tausch: Für Tochter kommt jüngster Enkel an Bord. Über Schwedt nach Stettin: Mast Stellen gemeinsam mit den Enkeln, die dann am nächsten Tag abgeholt werden. Die beiden Alten allein über Alt Warp nach Stralsund. Für die Überfahrt nach Kopenhagen haben wir unsere beiden Söhne gechartert. Das war auch gut, denn ein Gewitter auf dem Weg hätte uns beide Alten sehr gefordert. Verabschiedung der Jungs in Kopenhagen und weiter Richtung  Norden. Das Segeln im Kattegat fordert von uns schon seemännische Wachsamkeit und körperlichen Einsatz.

In Torekov haben wir eine Pause (3 Sturmtage bis 33 Kn Wind).

Am 11.6. über Träslövslege weiter nach Bua. Bei der Überfahrt nach Bua Wettervorhersage ade, Wind frischte stark auf und zeigte uns unsere Grenze.

In Bua 1 Sturmtag und 2 Hafentage (Erholen und Warten auf besseres Wetter) mit Radtour durch Naturreservat und Busfahrt nach Varberg.

17. 6. Bei bestem Segelwetter nach Göteborg in den Stadthafen unter Segeln. An das digitale Einklarieren in den Häfen müssen wir uns noch gewöhnen. (Klappt aber zum Schluss doch ganz gut)

Am Morgen, dem 18. 6., durch die Hubbrücke. Um 9 Uhr war Brückenöffnung, wir kommen etwas zu spät, aber nach Anruf der Bedienung wird die Brücke gestoppt, bis wir durch sind. Diesen angenehmen und freundlichen Umgang mit den Seglern durften wir in ganz Schweden erleben. Jetzt sind wir auf dem Trollhätte-Kanal unterwegs zur ersten Schleuse in Lilla Edet.  Zwischenstopp in Älvängens Bätklubb und Besuch des Reepschläger-Museums.

20.6. Ab nach Trollhättan zur ersten großen Herausforderung, die Dreierschleuse mit ordentlichem Hub. Wartezeit am Festmacher vor der Schleuse 5 Stunden. Das Schleusen hat gut geklappt und wir fahren oben weiter nach Spikön (Hafen auf einer Insel gegenüber Trollhättan).

21.- 24.6. Hafentage mit Besuch unserer 2 Enkeltöchter und unserer jüngsten Tochter.

Die Schlafplätze an Bord werden gut ausgelastet. Mittsommerfeier in Familie mitten in Schweden. In den nächsten Tagen Spaziergang zu den alten Schleusentreppen und Besuch in Göteborg. In diesen Tagen viel Eis und Zimtschnecken verspeist.

25.6. Kanalfahrt Richtung Vänersborg, der Name verrät es, wir sind am Eingang zum Vänernsee. Die Dimensionen der schwedischen Seen sind beeindruckend.

26.6. Unter Segel nach Dalbergsa. Gemütlicher kleiner Hafen in einem kleinen Fjord an der Westseite des Vänernsees. Für uns der schönste Hafen der ganzen Reise durch seine Ruhe und mitten in der Natur. Weiterfahrt – Ziel Spiken im Labyrinth des Vänernsees. Geduldiges Kreuzen und das Segeln bei Leichtwetter sind dran. Die Vänernsee-Schären schaffen wir nur mit hoher Konzentration und guter Zuarbeit der Mannschaft (Navigieren).   2 Hafentage in Spiken mit Besuch des Schlosses Läckö und einer Wanderung durch die schöne schwedische Landschaft.

30.6. Ablegen mit Ziel Mariestad. Typisches schwedisches Wetter – Segeln bei drehendem Wind und Dauerregen. Abends gemeinsames Essen mit einer SVR- Crew, die den Kanal von Ost nach West nimmt, an Bord der „White Lady“.

1.7. Heute ist der „Göta-Kanal“ Ziel des Tages. Der gestrige Regen hat den Himmel blankgeputzt. Bei schönem Wetter, nach einer Segel-Tour bei zunehmendem Wind, erreichen wir Sjötorp, den Einstieg in den Göta-Kanal. Warten vor Schleuse kompliziert durch starken Schiebewind. In der Schleuse Einklarieren in den Göta-Kanal mit Einweisung durch immer freundliches Schleusenpersonal. Erste Schleusung mit „Göta-Kanal typischer Schleusentechnik“ wunderbar genommen. 

                                  Schleuse Sjötorp

 

Die ersten 8 Schleusen nach Lyrestad sehr gut überstanden. Die Fahrt auf dem Göta-Kanal ist interessant und kann nur mit gleichbleibend hoher Konzentration genossen werden. Unser Weg führt uns von Lyrestad über einen Halt in Vassbacken nach Karlsborg. Das Zählen der Schleusen haben wir aufgegeben.

4.7. -7.7.   2 Sturmtage und 2 Hafentage in Karlsborg mit Wäsche waschen, Boot putzen, Festung besichtigen, Essen gehen, Eis essen und gemeinsame Zeit mit der Crew unserer Nachbar-Yacht (SVR Mitglied) verbringen und Entspannen für kommende Heraus-forderungen.

                                             Ausfahrt zum Vikensee

 

8.7. Weiterfahrt nach Borensberg . Der Vätternsee zeigt uns seine ungemütliche Seite. Bei viel Wind bergen wir bald das Großsegel und erreichen nur mit Fock die Schleuse Motala.

Nach dem Schleusen kurzer Stopp mit Eis auf Waffel in kleinem gut gepflegtem Restaurant. Endziel für heute Borensberg. Nach dem Überqueren des Borensees bei leichtem Wind erreichen wir unser heutiges Ziel. Ein langer Steg für alle, wir haben Glück, bekommen den vorletzten Platz.

9.7. Heute wird das Schleusen ein großes Thema sein. Auf dem Weg nach Berg durchfahren wir 4 Doppelschleusen und eine Einzelschleuse. Wir sind in Berg geschafft und brauchen einen Hafentag. Berg hat einen großen Wohlfühlhafen direkt an der Schleusentreppe, der viel Publikum anzieht. Der Hafentag wird von uns für eine Radtour zu einer großen Schokofabrik „Cloetta Shop“ genutzt. Danach Entspannen im Hafen bei Eis und Spaziergang.

 

11.7. Auf in die Schleusentreppe (7 Schleusen direkt hintereinander). Rechtzeitiges Anstellen am Morgen ist angesagt. Mit dem 2. Schwung kommen wir runter. 7. Schleuse passiert und ich bin allein an Bord. Meine Mannschaft hat das „Anbordkommen“ verpasst. Ich drehe im Hafenbecken meine Kreisel um meine Mannschaft an Bord wieder aufzunehmen. Dann geht es unter Vollzeug über den Roxensee Richtung Norsholm. Das Ende des Schleusenmarathons nähert sich.

Die 11 Schleusen bis Söderköping fordern noch einmal die gesamte Mannschaft. Es ist immer wieder beeindruckend wie schnell die Brücken oder Schleusen bedient werden. Toll!!

13.7.-14.7.  2 Hafentage in einem eigenen besonderen Hafen. Im Stand: Blick nach vorn: Gaststätte an Gaststätte. Blick nach Achtern: eine Felswand mit Wanderwegen. Die Wanderwege werden natürlich von uns genutzt. Außerdem treffen wir wieder die SVR-Mannschaft, mit der wir schon in Karlsborg Kontakt hatten. Gemeinsam wurde eine Riesen- eisportion in Ruhe dem Körper zugeführt. Die Stadt Söderköping erkunden wir mit dem Fahrrad und sind begeistert. Wir genießen den pulsierenden Hafen.

15.7. Letzte Tour auf dem „Göta-Kanal“ nach Mem. Entspannte Fahrt mit 2 Schleusen. Morgen geht’s in die Schären.

16.7. Am Morgen die letzte Schleuse des „Göta-Kanals“ passiert und nun ab auf die brüllende See. Leider kein Wind, die Eisenfock bestimmt das Tempo. Höhepunkt ist die Durchfahrt durch die 15 m Brücke in Stegeborg. Unsere Durchfahrtshöhe laut Buch liegt bei 13 m. Ankunft in Fyrudden bei wenig Wind im Laufe des Nachmittags. Zeit für einen Spaziergang durch den Hafen und kleinen Ort.

17.7. Segeln durch die Schären mit der nötigen Aufmerksamkeit und Freude. Rest wird mit Motor absolviert. Mittags Ankunft auf Idö.

Hafentag auf Idö mit Spaziergang und abendliches Essen im Restaurant. Beim Essen wunderbarer Blick auf den Hafen und das anliegende Gewässer.

19.7. Heute geht’s über die offene See nach Byxelkrog auf Öland. Perfektes Segelwetter lässt uns den Tag genießen auf einer Kreuz bei flacher See und guter Fahrt. 

Im Hafen erwartet uns der Hafenmeister mit Trillerpfeife und Zuweisung unseres Standes.

 

Am nächsten Tag erwartet uns Sandvik auf Öland. Die Flaute zwingt uns zum Motoren. Besichtigung der Windmühle und toller Fisch zum Abendbrot.

Am 21.7. geht’s nach Stora Rör. Immer an der Westküste Ölands entlang mit einer Windanzeige, die steht, weil sie vollkommen eingesponnen ist. Bei aufkommendem Wind löst der Gennaker mit seiner Fahrt unser Spinnenproblem. Kleiner Hafen mit angenehmer Atmosphäre. Wir fühlen uns wohl. Nächsten Morgen starten wir mit Ziel Kalmar zum Festland. In Kalmar können wir auf abenteuerliche Weise unser Propanproblem lösen. Zum Schluss haben wir aber trotzdem eine gefüllte Flasche. Nach diesem Abenteuer brauchen wir einen Hafentag. Radtour an der Küste entlang mit Besichtigung aller Strandbäder Kalmars. An den folgenden Tagen geht es über Mörbylänga nach Kristianopel, ein uns gut bekannter Hafen, der immer noch seinen Charme auf uns überträgt. Folgerichtig verbringen wir hier 2 Hafentage mit Radtour und Landgängen. Am 27.7. geht’s weiter nach Karlskrona. Im Kalmarsund mit Gegenwind und Motor, am Nachmittag Segeln durch die Hanöbucht- Schären nach Karlskrona. Begrüßung im Stadthafen durch jungen Hafenmeister mit Einweisung. Hafentag mit Radtour und Stadt kennenlernen gefüllt. An den folgenden Tagen Weiterfahrt Richtung Heimat über Hällevik, Simrishamn nach Ystad. Da wir zum ersten Mal hier sind, ist ein Hafentag Pflicht, um die Stadt kennenzulernen. Am 4.8. laufen wir Smygehamn an. Nun sind wir am südlichsten Punkt Schwedens und der Weg über die See ist relativ kurz. Am nächsten Morgen Ablegen um 6 Uhr – Zielhafen ist Kloster. Überfahrt ist ruppig, geht aber dafür schnell. Beim Anlaufen der Tonne Hiddensee bekommen wir ein Batterie-Problem. Können es zum Glück bordintern not lösen. Nach der vollbrachten ruppigen Überfahrt gönnten wir uns einen Hafentag. Am 7.8. Weiterfahrt nach Stralsund, um unser Batterie-Problem zu lösen.

8.8. Übergabe des Bootes an Familie Klenke Junior. Urlaub der Familie bis 22.8.  Übergabe des Bootes an die alte Crew am 23.8. mit gleichzeitiger Weiterfahrt nach Wolgast. Von Wolgast bei bestem Wind Überfahrt nach Ueckermünde mit anschließendem Hafentag. Dann nach Ziegenort, um am Tag danach in Goclaw zu halten und mit gelegtem Mast die Fahrt nach Schwedt fortzusetzen. In Schwedt gut zu Abend gegessen und damit gute Grundlage für Weiterfahrt nach Marienwerder geschaffen. Am 30.8. Morgens um 6 Uhr Ablegen mit Ziel SVR am Müggelsee. Ankunft im SVR um 17:30 Uhr mit Empfangskomitee einiger Vereins-mitglieder.

 

War ein wunderschöner Urlaub.